Link-Nachbarschafts-Check: Schneller Scan anhand ausgehender Link-Themen
Lerne einen schnellen Link-Nachbarschafts-Check mit ausgehenden Link-Themen, um spamnahe Seiten zu erkennen, bevor du Links annimmst, Anzeigen kaufst oder deine Marke listen lässt.

Was ein Link-Nachbarschafts-Check ist (und warum er wichtig ist)
Eine „Link-Nachbarschaft“ ist die Gesellschaft, die eine Seite pflegt. Nicht die Seiten, die auf sie verlinken, sondern die Seiten, auf die sie selbst verlinkt. Wenn eine Seite regelmäßig Leser zu guten Quellen leitet, deutet das meist auf echte Redaktion und Sorgfalt hin. Wenn sie zu zweifelhaften, nicht verwandten oder spamigen Seiten führt, ist das ein Zeichen dafür, dass die Seite fast alles verlinken würde.
Ein Link-Nachbarschafts-Check ist eine schnelle Methode, um diese Gesellschaft zu beurteilen. Du überfliegst eine Seite (oder eine Website) und notierst die Themen ihrer ausgehenden Links. Wenn viele dieser Links in spamlastige Nischen führen, ist das ein starkes Indiz dafür, dass der Publisher geringe redaktionelle Standards hat. Und wenn man mit ausgehenden Links großzügig umgeht, ist man oft auch beim eigenen Inhalt weniger wählerisch.
Ausgehende Links sind relevant, selbst wenn die Seite auf dich verlinkt. Suchmaschinen und Leser nutzen Kontext. Ein Backlink, der zwischen Casino-, Pillen- und „schnell reich werden“-Hinweisen steht, kann unpassend wirken. Selbst wenn du keine „Strafe“ bekommst, kann die Erwähnung schwach und vertrauensarm sein, wenig für Rankings bringen und deiner Marke schaden, wenn Kund:innen sie sehen.
Spamige ausgehende Themen sind oft ein Fußabdruck von Linkverkauf, gehackten Seiten oder dünnen Content-Farmen. Das beweist allein nichts, aber es ist eine schnelle Frühwarnung.
Ein guter Link-Nachbarschafts-Check hilft dir dabei:
- Zu erkennen, ob eine Seite kuratiert wirkt (einige relevante Verweise) oder chaotisch (zufällige, nicht verwandte Links).
- Zu bemerken, wenn eine Site normale Themen mit offensichtlichen Spam-Nischen mischt.
- Zu entscheiden, ob sich eine tiefere Prüfung lohnt, bevor du eine Platzierung annimmst oder kaufst.
Er sagt dir nicht:
- Den genauen SEO-Wert eines Links.
- Ob eine Seite dauerhaft „sicher“ ist (Websites wechseln Besitzer und werden missbraucht).
- Ob ein einzelner ungewöhnlicher ausgehender Link allein entscheidend ist.
Beispiel: Du findest einen Artikel über „Marketing-Tipps“, der deine Marke erwähnen könnte. Zwei Minuten Überfliegen zeigen ausgehende Links zu einem Zahltagskredit-Angebot und zu einer Adult-Chat-Seite. Diese Unstimmigkeit ist kein kleines Detail. Sie ist die Nachbarschaft, die dir sagt, auf welcher Straße du bist.
Selbst wenn du einen kuratierten Platzierungsservice nutzt, ist dieser Scan ein guter Realitätscheck für die konkrete Seite, die du in Betracht ziehst — besonders wenn die thematische Übereinstimmung auf den ersten Blick großartig wirkt.
Ausgehende Link-Themen, einfach erklärt
Ausgehende Links sind Links auf einer Seite, die von dieser Site weg zu anderen Sites führen. Sie sind normal. Eine Nachricht könnte eine Studie zitieren, ein How-to-Beitrag ein Tool nennen. Das Problem ist nicht, dass eine Seite verlinkt, sondern wohin sie regelmäßig Leute schickt.
„Ausgehende Link-Themen“ meint die Themen, die du in diesen ausgehenden Links siehst. Statt zu zählen, wie viele ausgehende Links eine Seite hat, überfliege die Zielseiten und frage: Welche Themen fördert diese Seite regelmäßig?
Eine Seite, die selten verlinkt, ist nicht automatisch sicher. Vielleicht hat sie nur wenige Links, aber wenn diese wenigen in dubiose Themen führen, ist das trotzdem ein schlechtes Zeichen. Andererseits ist eine stark verlinkende Seite nicht automatisch riskant. Manche Seiten sind Ressourcen-Hubs oder News-Roundups und enthalten deshalb viele Zitate.
Themen sind nützlicher als Link-Zahlen, weil Spam oft nach Nische gruppiert ist. Ein Link-Nachbarschafts-Check ist im Grunde ein schneller „Mit wem hängen sie ab?“ Scan. Wenn die ausgehenden Themen immer wieder dieselben spamlastigen Bereiche berühren, könnte die Seite Teil eines Netzwerks sein.
Du findest ausgehende Links meist in diesen Kontexten:
- Editoriale Zitate: der Link stützt eine Aussage im Text. Meistens die sicherste Variante.
- Gesponserte Platzierungen: nicht immer schlecht, aber bei vielen bezahlten Beiträgen und dünnem Content aufpassen.
- Verzeichnisse oder „Best-of“-Listen: können okay sein, sind aber ein beliebtes Format für Link-Farmen.
- Siteweite Widgets oder Badges: oft ein Hinweis auf template-basiertes Verlinken.
- Kommentare oder Foren-Links: unmoderiert oft chaotisch.
Schnelles Beispiel: Du prüfst einen Blogpost über Projektmanagement. Wenn die ausgehenden Links größtenteils zu etablierten Tools, Studien und bekannten Publikationen führen, wirkt die Themenmischung normal. Wenn die „Ressourcen“-Sektion hingegen auf Online-Casinos, Zahltagskredite und „Sofortgenehmigung“-Angebote zeigt, ist das Signal wichtig — selbst wenn es nur zwei oder drei solche Links sind.
Wenn du Platzierungen kaufst, indem du bestimmte Domains auswählst (z. B. aus einem kuratierten Inventar), funktioniert dieser Thema-Scan als Bauchgefühl-Check für jede einzelne Seite, die du in Erwägung ziehst.
Nischen, die oft in spamlastigen Nachbarschaften auftauchen
Ein Link-Nachbarschafts-Check beurteilt nicht das Design einer Seite oder wie bekannt sie aussieht. Es geht darum, wofür die Seite sich entscheidet zu stehen. Eine Seite kann normal wirken und trotzdem in einer unordentlichen Nachbarschaft sitzen, wenn sie regelmäßig zu spamlastigen Themen verlinkt.
Einige Nischen tauchen immer wieder auf Seiten auf, die Links verkaufen, Link-Farmen betreiben oder hauptsächlich Conversions pushen. Wenn du diese Themen bei ausgehenden Links siehst (besonders in siteweiten Bereichen wie Footer, Sidebar-Widgets oder „Partner“-Blöcken), behandle das als Warnsignal.
Häufige spamlastige Themen sind:
- Adult-Inhalte und explizite Dating-Angebote
- Glücksspiel- und Casino-Promos (einschließlich „keine Verifizierung“-Ansätze)
- Zahltagskredite und Schnellkredit-Anbieter
- "Pillen" und Wunder-Ergänzungen (besonders aggressive Abnehmunternehmen oder Erektionsmittel)
- Gecrackte Software, Lizenzschlüssel und illegale Downloads
Nicht jede riskante Nachbarschaft ist offensichtlich. Manche Graubereiche können im Kontext legitim sein, werden aber häufig in minderwertigen Netzwerken genutzt. Achte auf Muster wie:
- Crypto-Promos, die wie bezahlte Shills oder Copy-Paste-Pressemitteilungen wirken
- Ghostwriting- oder Essay-Services
- Fake-News-Netzwerke, die dieselben Artikel über viele Domains verbreiten
- Dünne „Review“-Seiten, die nur Affiliate-Klicks pushen
Gemischte Nachbarschaften sind normal. Eine echte Publikation kann eine vernachlässigte Sektion haben (z. B. „gesponserte Beiträge“), in der fast alles veröffentlicht wird. Oder eine alte Seite wurde verkauft und enthält nun ein neues Partnerverzeichnis fragwürdiger Art. In solchen Fällen ist die Site nicht rein spammy, aber der Teil, der dich verlinken würde, kann es trotzdem sein.
Ein riskantes Thema ist ein Signal, kein automatisches Urteil. Konzentriere dich auf Kontext und Häufung: Ist es ein einzelner unpassender Link auf einer alten Seite, oder ein Cluster ausgehender Links in denselben spamlastigen Nischen über viele Seiten hinweg?
Ein einfacher Denkansatz: Verlinkt eine Seite gleichzeitig auf Zahltagskredite, Casinos und „Wunderpillen“, ist das selten ein Zufall. Erwähnt sie Crypto einmal in einem gut redigierten, klar gekennzeichneten Meinungsstück, ist das etwas anderes.
Der 5-Minuten-Scan: Schritt für Schritt
Ein Link-Nachbarschafts-Check funktioniert am besten, wenn du genau die Seite prüfst, auf der dein Link stehen würde — nicht die hübscheste Startseite der Domain. Du beantwortest eine Frage: Verhält sich diese Seite wie ein normaler Artikel oder wie eine Seite, die Nutzer (und Bots) zu fragwürdigen Orten weiterleitet?
So machst du den schnellen Scan in etwa fünf Minuten:
- Öffne die genaue URL, mit der du arbeiten würdest. Wenn dir ein „Gastbeitrag“ oder eine Platzierung auf einer bestimmten URL angeboten wird, prüfe genau diese URL. Homepages können sauber wirken, während tiefere Bereiche chaotisch sind.
- Finde ausgehende Links schnell. Nutze die Suchfunktion deines Browsers nach Mustern wie „http“, „sponsored“, „partner“ oder „casino“. Prüfe dann übliche Link-Zonen: Footer, Sidebar, Autorenbox, „Ressourcen“ und Badges.
- Beachte, wo Links auftauchen. Links im Haupttext folgen meist einem redaktionellen Fluss. In Widgets, „empfohlenen“ Blöcken oder klebrigen Sidebars gesteckte Links sind oft ein Hinweis, dass die Seite hauptsächlich existiert, um Leute wegzuschicken.
- Schreib die sichtbaren Themen auf. Du musst nicht alles anklicken. Oft reicht der Anchor-Text und der umgebende Wortlaut (z. B. „Crypto Exchange“, „Zahltagskredit“, „Online Casino“, „Essay Hilfe“, „Forex Signals").
- Entscheide: redaktionelle Seite oder Link-Hub? Wenn es sich wie ein echter Artikel mit einigen relevanten Zitaten liest, ist das meist in Ordnung. Wenn es wie ein Verzeichnis zufälliger Angebote wirkt, gilt es als riskant.
Mach eine kleine "Themen-Tally": Wenn du drei oder mehr nicht verwandte, geldorientierte Nischen (z. B. Glücksspiel, Adult, Pillen, Zahltagskredite) in derselben Seitenstruktur siehst, ist das selten zufällig.
Beispiel: Du erwägst eine Platzierung in einem Tech-Blog-Post über Cloud-Kosten. Der Artikeltext ist normal, aber die Sidebar ist voll mit „Best Casino Bonus“, „Sofortkredit Genehmigung“ und „Crypto Signals“. Die Seite kann Teil einer spamigen Nachbarschaft sein, auch wenn der Artikel selbst ordentlich aussieht. Solche Seiten überspringst du, selbst wenn der Domain-Name seriös klingt.
Wenn du ein Service benutzt, das Domains für Backlinks anbietet, hilft dir derselbe Scan als schnelle Qualitätsprüfung des Seitenkontexts, damit du nicht auf einer gut aussehenden Domain mit schlechtem Seitenumfeld landest.
Worauf du achten solltest, wenn du die Seite überfliegst
Ein Link-Nachbarschafts-Check wird leichter, wenn du aufhörst, wie ein Besucher zu lesen, und anfängst, wie ein Editor zu scannen. Du bewertest nicht den Schreibstil, sondern suchst Indizien dafür, dass die Seite hauptsächlich existiert, um Besucher (und PageRank) zu externen Angeboten zu leiten.
Beginne mit dem Seitentemplate. Manche Sites verstecken die schlimmsten Signale außerhalb des Hauptartikels: Footer-Widgets, Sidebar-„Ressourcen“ oder ein „Partner“-Block, der auf jeder Seite erscheint. Ein siteweiter Bereich voller ausgehender Links kann eine ansonsten anständige Seite in eine schmutzige Nachbarschaft ziehen.
Schnelle Muster, die oft Probleme signalisieren
Diese Muster erkennst du in 30 Sekunden:
- Wiederholte Anchor-Texte bei mehreren Links (gleiches Keyword, gleiche Formulierungen)
- „Beste“-Listen, die generisch wirken, als könnte man sie für jedes Thema nutzen
- Coupon-, Promo- oder Deal-Blöcke, die nichts mit dem Artikel zu tun haben
- Dünne Absätze, die viele ausgehende Links umschließen (mehr Links als Ideen)
- Plötzliche Thema-Sprünge, die nicht zur üblichen Ausrichtung der Site passen
Öffne dann zwei oder drei weitere Artikel aus derselben Kategorie (nicht zufällige Seiten). Prüfe die Konsistenz. Eine normale Publikation hat einen erkennbaren Stil: ähnliche Länge, ähnliches Format und ausgehende Links, die meist Zitate oder nützliche Referenzen sind. Eine riskante Site wirkt uneinheitlich: ein normaler Beitrag, dann mehrere Seiten, die wie Link-Sammlungen aussehen.
Doorway-Verhalten: die große rote Fahne
Doorway-Seiten zielen darauf ab, für einen Suchbegriff zu ranken und Nutzer dann weiterzuleiten. Das Merkmal ist „dünner Text mit vielen Ausgängen“. Wenn die Einleitung vage ist, Überschriften generisch und jeder Abschnitt zu einer anderen externen Seite führt, ist das eine Warnung — selbst bei sauberem Design.
Beispiel: Du prüfst einen Marketing-Beitrag über E-Mail-Vorlagen. Beim Überfliegen sieht die Sidebar Dutzende ausgehende Links, darunter Glücksspiel, Adult und Schnellkredite. Auch wenn der Artikel in Ordnung ist, deutet der siteweite Block darauf hin, dass die Seite Platz für spamige Nischen verkauft.
Wie du findest, ob etwas safe, mixed oder risky ist
Nach dem Scan solltest du die Seite klassifizieren, damit du schnell entscheiden kannst. Das funktioniert am besten mit einfachen, wiederholbaren Regeln.
Die drei Kategorien
- Safe: Ausgehende Links verweisen größtenteils auf bekannte Marken, glaubwürdige Publisher, Tools oder Referenzen, die zum Thema passen.
- Mixed: Meist normale Links, plus einige, die fehl am Platz, zu verkaufsorientiert oder auf vielen Seiten wiederholt erscheinen.
- Risky: Ausgehende Links häufen sich in spamlastigen Nischen, dünnen Affiliate-Seiten, „Write-for-us“-Farmen oder zeigen offensichtliche Linkverkaufs-Muster.
„Safe“-Themen wirken oft unspektakulär — und das ist gut: Firmendocs, Branchennews, Forschung, Universitäten, weit verbreitete Software, renommierte Communities. „Risky“-Themen sind meist klar benennbar: Casino- und Wettseiten, Zahltagskredite, Adult-Inhalte, gefälschte Waren, fragwürdige Krypto-Promos, gefälschte Ausweise, Wundermittel und alles, was unrealistische Ergebnisse verspricht.
Affiliate-lastig ist nicht gleich Spam
Eine Affiliate-lastige Seite kann akzeptabel sein, wenn sie ehrlich und nützlich ist. Eine ausführliche Review, die zu einigen Händlern verlinkt, Pro & Contra nennt und on-topic bleibt, ist eher Mixed als Risky.
Sie kippt zu Risky, wenn die Seite im Grunde eine Coupon-Wand ist, dieselben Money-Keywords wiederholt, zu Dutzenden nicht verwandte Angebote verlinkt oder „Best-of“-Listen bietet, die sich auf jede Nische anwenden ließen.
Was du mit jeder Einstufung tun solltest
Halte die Maßnahmen simpel:
- Safe: Vorangehen. Solche Seiten willst du normalerweise.
- Mixed: Fordere eine andere Seitenplatzierung (gleiche Site, sauberer Kontext) oder bitte um Entfernen fragwürdiger ausgehender Links in der Nähe deines Links.
- Risky: Abstand nehmen. Selbst wenn die Domain auf den ersten Blick stark wirkt, zieht die Nachbarschaft den Wert oft runter.
Wenn du Platzierungen aus einem kuratierten Inventar kaufst, nutzt du diese Klassifizierung, um genau die Seite auf einer Domain zu wählen, die sauber ist, und riskante Seiten zu meiden.
Häufige Fehler und Fallen
Die meisten Fehlentscheidungen passieren, weil Leute das Falsche überfliegen oder zu früh aufhören. Die Seite, von der du verlinkt wirst, ist wichtiger als die hübscheste Stelle der Site.
Der häufigste Fehler ist, nur die Homepage zu prüfen. Homepages sind oft poliert und kuratiert, während der eigentliche Artikel (oder die Autoren-Seite) voller nicht verwandter ausgehender Links sein kann. Öffne immer die genaue Seite, auf der dein Link stehen würde, und scanne deren ausgehende Links.
Ein weiterer leichter Fehler ist, die Bereiche um den Content zu übersehen. Sidebars, „Related Posts“, Footer-Menüs und Widgets können ausgehende Links enthalten, die das Link-Verhalten der Site offenbaren. Wenn der Text sauber ist, aber die Sidebar Nutzer zu Zahltagskrediten, Casinos oder seltsamen „Partner“-Seiten schickt, ist das Teil der Nachbarschaft.
Design kann täuschen. Ein schickes Layout, modernes Logo und schnelle Ladezeiten beweisen keine Qualität. Manche Spam-Netzwerke kaufen saubere Themes, veröffentlichen harmlose Beiträge und monetarisieren dann mit aggressiven ausgehenden Links. Beurteile danach, wohin die Seite zeigt, nicht danach, wie sie aussieht.
Weitere Fehler, die dazu führen, Risiken zu unterschätzen:
- "nofollow" als magischen Schutz behandeln. Es kann die direkte SEO-Wirkung senken, aber nicht das Assoziations- oder Markenrisiko entfernen.
- Subdomains vergessen. Eine Hauptdomain kann sauber wirken, eine Subdomain (z. B. „blog.“ oder „deals.“) ist möglicherweise der Ort, an dem Linkverkauf stattfindet.
- „Ressourcen“- oder „Partner“-Seiten übersehen. Das sind oft Link-Sammlungen, die nicht in der Hauptnavigation auftauchen.
- Linkmuster übersehen. Wenn jeder ausgehende Link denselben Tracking-Stil oder exakt gleiche Anchortexte hat, deutet das oft auf bezahlte Platzierungen hin.
- Autorenprofile übervertrauen. Manche Sites halten Artikel sauber, aber die Autoren-Seite listet Dutzende nicht verwandter „Empfehlungen".
Reales Beispiel: Du findest einen gut geschriebenen Tech-Artikel, der zu deiner Marke passt. Der Text ist professionell, die Zitate ok. Im Footer findest du aber einen „Recommended“-Block mit Links zu Crypto-Casinos und „Sofortkredit“-Seiten und eine „Resources“-Seite mit hunderten ausgehenden Links. Das ist eine Mixed- bis Risky-Nachbarschaft, auch wenn dein Link in einem normalen Absatz stünde.
Deshalb zählt „kuratiert“: Weniger Überraschungen bedeutet meist weniger hässliche Nachbarschaften später.
Ein realistisches Beispiel: Soll ich den Link annehmen?
Du bekommst ein Gastbeitragsangebot von einem mittelgroßen Marketing-Blog. Der Pitch klingt solide: Dein Artikel wird im Bereich „Guides“ veröffentlicht und du bekommst einen Dofollow-Backlink in der Autorenbiografie.
Bevor du zusagst, machst du einen schnellen Link-Nachbarschafts-Check und prüfst, wohin die Seite linkt. Du bewertest nicht den Schreibstil, sondern die Gesellschaft, in der sie steht.
Du öffnest ein paar aktuelle Beiträge und überfliegst die Seite von oben nach unten. Im Artikeltext sind die ausgehenden Links normal: ein paar bekannte Analytics-Tools, eine populäre E-Mail-Plattform und ein Verweis auf einen Branchenbericht. Die „Related Posts“-Bereiche sind thematisch passend.
Dann entdeckst du im Sidebar einen „Sponsors“-Block, der auf jeder Beitragsseite erscheint. Die ausgehenden Themen in diesem Block sind anders: statt Marketing- oder Business-Ressourcen siehst du Links zu:
- Online-Casino und Sportwetten
- Zahltagskredite und „Sofortgenehmigung“-Kredite
- Adult-Chat und Dating
- „Followers kaufen“-Dienste
- Unregulierte Krypto-Token-Promos
Dieser Block ändert die Risikoeinschätzung. Selbst wenn dein Link in einem sauberen Artikel steht, teilt die Seite reales Immobilien mit spamlastigen Nischen. Suchmaschinen können das als Zeichen geringer Qualität werten.
Optionen:
- Fragen, ob dein Beitrag ohne den Sponsor-Block oder mit anderen Sponsoren veröffentlicht werden kann.
- Fragen, welche Sponsor-Kategorien zugelassen sind und wie sie geprüft werden.
- Um eine andere Platzierungsart bitten (z. B. eine Ressourcen-Seite ohne siteweite Anzeigen).
- Wenn nichts änderbar ist: ablehnen und eine andere Seite suchen.
In diesem Beispiel antworten sie, der Sponsor-Block sei „automatisch“ und lasse sich nicht entfernen.
Entscheidung: Ablehnen, weil die Seite konstant auf Glücksspiel, Zahltagskredite und ähnliche Spam-Themen verlinkt. Das ist vermeidbares Risiko.
Schnelle Checkliste für wiederholbare Prüfungen
Ein Link-Nachbarschafts-Check funktioniert nur, wenn du ihn immer gleich durchführst. Diese Routine hält dich schnell, konsistent und schwerer zu täuschen.
Drei Unter-einer-Minute-Prüfungen
Beginne mit einem schnellen Überflug und mache dann diese Checks in der Reihenfolge. Wenn eine davon seltsam wirkt, verlangsamen und genauer prüfen:
- Scanne die Seite nach offensichtlichen ausgehenden Links (Sidebar, Footer, erster sichtbarer Bereich). Frage: Auf welche Arten von Seiten verweisen sie?
- Nutze die Seitensuche (Strg/Cmd + F) für ein paar Geldbegriffe wie „casino", „bonus", „loan", „viagra", „crypto", „escort". Ein oder zwei Treffer können normal sein; viele Treffer sind ein Muster.
- Scrolle nach unten und prüfe, ob die Seite Teil einer langen „Ressourcen“- oder „Partner“-Liste ist. Lange Listen verbergen oft gemischte ausgehende Themen.
Wenn du wenig Zeit hast, mach die erste und die Bottom-of-Page-Prüfung. Diese beiden fangen viele riskante Seiten schnell ab.
Sofort-abbruch rote Flaggen
Diese Punkte bedeuten meist: besser gehen als diskutieren:
- Die Seite verlinkt zu Adult-, Glücksspiel-, Zahltagskredit- oder Pharma-Angeboten (vor allem gemischt).
- Ausgehende Links wirken nicht zum Thema passend, eher wie ein Cluster von Deals, Coupons oder „Best Sites“-Listen.
- Die Seite hat Dutzende ausgehende Links mit dünnem Text dazwischen.
- Mehrere uitgehende Links haben keyword-lastige Anchortexte ("best online casino bonus", "instant loan approval").
- Die Site wirkt vernachlässigt: kaputtes Layout, gesponnene Absätze oder starke Werbeüberfrachtung.
Grüne Signale sind leiser: Ausgehende Links verweisen größtenteils auf bekannte Marken, Zitate passen zum Thema und Links stützen eine Aussage statt wie Anzeigen zu wirken. Ein kurzes, fokussiertes Set an Referenzen ist meist ein gutes Zeichen.
Notiere jede Prüfung gleich: URL, Datum, Hauptthema der Seite, 3–5 ausgehende Link-Themen, deine Bewertung (safe/mixed/risky) und ein Satz zur Begründung.
Nächste Schritte: Den Scan in eine einfache Entscheidungsregel verwandeln
Ein Link-Nachbarschafts-Check ist ein schneller Filter, nicht die ganze Story. Nutze ihn früh, um offensichtliche schlechte Seiten auszusondern, und investiere Zeit in Platzierungen, die eine genauere Prüfung verdienen.
Füge nach dem Scan drei zusätzliche Signale hinzu: Ist der Content tatsächlich relevant für deine Seite, hat die Site einen echten Ruf (nicht nur ein gutes Aussehen), und steht dein Link an einer normalen redaktionellen Stelle (nicht in Sidebar, Footer oder einem "Partner"-Block, der massenhaft wirkt)?
Schreibe eine Regel, der dein Team folgen kann
Wenn der Prozess nur im Kopf einer Person lebt, verwässert er. Schreibe eine einfache Regel und wende sie immer gleich an. Zum Beispiel:
- Ablehnen, wenn auf dem gleichen Seitentemplate spam-lastige ausgehende Themen auftauchen (casino, pills, adult, payday, crypto pumps).
- Ablehnen, wenn die Seite zu Dutzenden nicht verwandter Sites mit keyword-gestopften Anchortexten verlinkt.
- Akzeptieren nur, wenn ausgehende Links größtenteils in einem klaren Themenbereich bleiben, der zur Seite passt.
- Zur manuellen Prüfung eskalieren, wenn das Ergebnis „mixed" ist und die Site sonst stark wirkt.
Solche Regeln bewahren Konsistenz, auch wenn du schnell entscheiden musst.
Wann du strenger sein solltest
Heb deine Standards an, wenn es um viel geht: Money-Pages (Preise, Anmeldung), regulierte Branchen (Gesundheit, Finanzen, Recht) oder markensensible Kampagnen, wo du dir keinen Platz neben fragwürdigen Themen leisten kannst. In solchen Fällen sollte „mixed" meist „nein" bedeuten. Für einen unkritischen Blogbeitrag kannst du bei „mixed" eher tolerant sein, sofern sonst alles sauber ist und die Platzierung klar redaktionell ist.
Praktische Umsetzung: Erstelle eine Shortlist mit Sites und Seitentypen, die wiederholt sauber scannen, und priorisiere diese. Mit der Zeit wird deine genehmigte Liste wertvoller als jede einzelne Platzierung.
Wenn du nicht stundenlang Seiten filtern willst, reduzieren kuratierte Quellen den Aufwand. Zum Beispiel bietet SEOBoosty (seoboosty.com) Abonnements für vorselektierte Backlink-Platzierungen auf autoritativen Seiten an — und denselben Nachbarschafts-Scan solltest du trotzdem auf der konkreten Seite ausführen, bevor du deinen Link dort platzierst.
Das Ziel ist einfach: eine klare Entscheidungsregel, angewandt konsequent, damit jeder Link, den du genehmigst, einen nachvollziehbaren Grund hat, dort zu stehen.
FAQ
Was ist ein Link-Nachbarschafts-Check in einfachen Worten?
Ein Link-Nachbarschafts-Check ist eine schnelle Prüfung dessen, wohin eine Seite ausgehende Links setzt. Wenn die ausgehenden Links größtenteils relevant und vertrauenswürdig sind, hat die Seite meist echte redaktionelle Standards; wenn sie zu spamlastigen oder nicht verwandten Themen führen, ist das ein Warnsignal dafür, dass die Seite fast alles verlinken würde.
Warum sind ausgehende Links wichtig, wenn die Seite mich verlinkt?
Weil dein Backlink immer in einem Kontext steht, nicht isoliert. Eine Erwähnung auf einer Seite, die gleichzeitig Glücksspiel, Schnellkredite oder andere fragwürdige Angebote promotet, wirkt sowohl für Leser als auch für Suchmaschinen weniger vertrauenswürdig – selbst wenn dein Link an sich "in Ordnung" ist.
Wie mache ich in fünf Minuten einen Link-Nachbarschafts-Check?
Öffne die genaue URL, auf der dein Link stehen würde, und scrolle von oben nach unten, inklusive Sidebar und Footer. Notiere die Themen der ausgehenden Links und frage dich, ob die Seite wie ein normaler Artikel mit wenigen Quellen wirkt oder eher wie ein Hub, der Besucher zu nicht verwandten Angeboten weiterleitet.
Welche ausgehenden Link-Themen sind die größten roten Fahnen?
Beginne mit offensichtlichen Spam-Themen wie Adult-Inhalten, Glücksspiel, Schnellkrediten, Wundermitteln und Piraterie. Achte außerdem auf wiederholte Geld-Keywords, generische "Best-of"-Listen, die nicht zum Artikel passen, und Cluster von nicht verwandten ausgehenden Links im selben Seitentemplate.
Kann eine Sidebar- oder Footer-Widget eine ansonsten gute Seite riskant machen?
Ja. Viele Seiten halten den Artikeltext sauber, monetarisieren aber mit einem siteweiten "Sponsors"-, "Partners"- oder Widget-Bereich, der auf jeder Seite erscheint. Dieser Block gehört zur gesamten Linking-Umgebung der Seite und kann sie riskant machen.
Wie sollte ich eine Seite als safe, mixed oder risky einstufen?
Verwende drei Kategorien: Safe, Mixed und Risky. Safe bedeutet, die ausgehenden Links passen zum Thema und verweisen auf vertrauenswürdige Quellen; Mixed heißt, meist normal, aber einige Links wirken off-topic oder zu werblich; Risky bedeutet, die Links häufen sich in spamlastigen Nischen oder zeigen offensichtliche Linkverkaufs-Muster.
Sind affiliate-lastige Seiten immer eine schlechte Nachbarschaft?
Nein. Affiliates sind nicht automatisch schlecht. Eine transparente, hilfreiche Review, die zu wenigen relevanten Händlern verlinkt, kann akzeptabel sein. Problematisch wird es, wenn die Seite zu einer Coupon-Wand oder dünnem Text wird, der Dutzende nicht verwandter ausgehender Links umschließt.
Macht "nofollow" eine spammy Nachbarschaft sicher?
Nein. "nofollow" kann die direkte SEO-Auswirkung verringern, aber sie beseitigt nicht das Assoziationsrisiko oder das Markenrisiko, neben fragwürdigen Themen auf derselben Seite angezeigt zu werden.
Was soll ich tun, wenn die Seite „mixed“ aussieht, aber nicht offensichtlich spammy ist?
Bevorzuge eine sauberere Seite innerhalb derselben Domain, wenn möglich, z. B. eine andere Kategorie oder ein Template ohne die spamigen Blöcke. Wenn die Seite nichts ändern kann und die spam-lastigen Themen Teil des Templates sind, ist Weggehen meist die sicherste Option.
Wann sollte ich bei Link-Nachbarschaften besonders streng sein?
Sei strenger bei markensensitiven oder risikoreichen Seiten wie Preis-, Anmelde-, Gesundheits-, Finanz- oder Rechtsthemen, bei denen eine Platzierung neben fragwürdigen Angeboten Vertrauen kosten kann. Selbst bei kuratierten Diensten wie SEOBoosty lohnt sich der Scan der konkreten Seite, damit du nicht auf einer sauberen Domain in einem schlechten Seitenkontext landest.